Familienmanagement mit Biss

Nick Clark wacht nach Drogenkonsum in einer verlassenen Kirche auf, wo sich etliche Drogenabhängige treffen. Als auf sein Rufen seine Freundin nicht antwortet, macht er sich auf die Suche nach ihr und entdeckt bald Leichen. Als er sie findet, beugt sich sich über einen anderen Jungen, doch was Nick panisch werden lässt ist die Tatsache, dass sie dabei war ihn zu essen. Er rennt aus der Kirche, weg vom Ort und wird dabei von einem Auto erfasst. Nick kommt ins Krankenhaus, wo man ihn ans Bett fesselt, denn seine Aussage auch der Polizei gegenüber scheinen aus einem Alptraum entsprungen. 

Seine Mutter, Madison, muss derweil in der Schule einen Schüler schützen, als dieser ein Messer in die Schule schmuggeln will. Der sonst wissbegierige Schüler hat Angst vor jenen Dingen, die er über das Internet erfahren hat. Dinge von wiederkehrenden Toten. Madison hält all dies für Unsinn und auch die Geschichte ihres Sohnes schiebt sie auf den Drogenkonsum. Einzig Travis Manawa, ebenfalls Lehrer an der Schule und ihr neuer Freund, will nachsehen was sich wirlich hinter Nicks Aussage verbirgt. In der Kirche entdeckt er viel Blut, doch was genau vor sich ging bleibt ungeklärt, zumal es Nick später gelingt aus dem Krankenhaus zu fliehen, denn er will selber den Dingen auf den Grund gehen. Mit tödlichen Folgen!

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Ok, hat ein wenig gedauert, bis ich dann doch AMCs und Robert Kirkmans neue Show Fear the Walking Dead angeschaut habe. Die im Zuge von The Walking Dead konzipierte Ablegerserie spielt in den Anfängen jenes Szenarios, was die Originalserie als Setting von Anfang an hatte.

Die Show setzt dabei nicht komplett auf den Ursprung des Chaos sondern hat den Virus, der alles verändert schon etabliert. Es gibt Gerüchte über einen Erreger, der Menschen verwandelt, doch es gibt nix offizielles. Somit hat man eine sicherlich angespannte Situation vor sich, denn als Videos auftauchen wo die Polizei Personen erschießt, macht sich Wut breit. Wenn man dann auch noch eine Stadt wie Los Angeles als Lokalität für den Plot auserkoren hat, mit all ihren Unruhen im Verlauf der Jahrzehnte, dann bekommt man ein für diese Show gelungene Wahl des Sets.

Wie beim Original setzt die Vorgeschichte auf das Kernthema Familie. Doch hier wird mit Travis Manawa ein Hauptcharakter eingeführt, der 2 Familien zu betreuen und beschützen hat. Getrennt von seiner Frau lebend, einen gemeinsamen Sohn teilend, hat er in Madison Clark und ihren beiden Kindern eine neue Familie gefunden. Als Englischlehrer hat er auch keine innere Ruhe mit dem ganzen Konflikt klar zu kommen wie Rick Grimes als Sheriff. Manawa hat aber selbe moralische Ansichten, bewahrt sich seine Menschlichkeit und sieht den Schrecken nach und nach auf sich wirken. Nur in der letzten Episode der 6-teiligen Staffel erlebt man einen Moment, wo seine innere Ruhe bröckelt, als er das Ausmaß seines Handelns sieht und andere darunter leiden.

Fear the Walking Dead nähert sich dem Thema der „Zombieapokalypse“ ruhig an. Zurückhaltender als The Walking Dead, denn man steht am Anfang und lässt den Zuschauer mitreagieren, wie sich solch ein Ereignis auf das alltägliche Leben auswirken würde. Gut 2 Wochen deckt man ab in Los Angeles, Aufstände gegen scheinbare Polizeigewalt, Massenunruhen und militärisch abgesperrte Zonen in den urbanen Gegenden der Metropole. Niemand weiß was passiert, alles ist schlagartig anders als man Nachbarn verliert und die eigene Familie schon vorab genug Probleme hatte. Das Tempo der Serie ist genau richtig, setzt den Hebel da an wo The Walking Dead auch schon punkten konnte, nur halt noch gezielter – menschlicher.

Sicher, man hatte auch im Original in der ersten Staffel tragische Momente wenn es um die persönlichen Veränderungen ging, doch der Ableger fokussiert sich mehr auf die Familie, lässt Einzelschicksale links liegen. Diesen Unterschied braucht es auch, denn sonst könnte man die Serie einpacken und wegwerfen, da es dann nur ein Aufguss des Originals wäre. Kirkman und die Macher präsentieren aber eben eine neue Herangehensweise an das Thema. Der Cast weiß zu überzeugen.Cliff Curtis ist die perfekte Besetzung für Travis Manawa, steht sogar leicht über dem Rest. Er muss die Situation händeln, 2 Familien zu beschützen und dennoch den Überblick nicht zu verlieren. Kim Dickens als Madison Clark und Rubén Blades als Daniel Salazar sind noch zu erwähnen, wobei Blades als „fürsorglicher“ Vater zum Ende hin großartig auftrumpft.

Insgesamt gesehen freu ich mich auf die neue Staffel, die im April beginnen soll. Die Show bereichert The Walking Dead, wenngleich es spannend wird wohin man nun geht im Plot, hat man doch die Katastrophe nun in vollen Blüten erreicht. Solang man sich auf das Kernthema konzentriert und Walker nur als Mittel zum Zweck nutzt, wird die Show ihre Daseinsberechtigung inne haben.

https://www.youtube.com/watch?v=yzXglr5bc3w

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